Nesmuk ist das gekonnte Zusammenspiel von Tradition und persönlicher Erfahrung, von handwerklicher Präzision und kompromissloser Funktionalität - ein Messerkonzept voller Leidenschaft und Faszination.
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- Die Form
- Die Klinge
- Die Zwinge
- Der Griff
- Die Hölzer
- Die Scheide
- Fertigung und Qualität
- Qualitätstest
- Der Schmied
Die Philosophie
In seiner Grundform entspricht Nesmuk einem Messertyp, der in der 3.500 Jahre alten Tradition der Messerschmiedekunst immer dann auftaucht, wenn es um besonders anspruchsvolle Schneidaufgaben geht. Inspiriert von der Ästhetik, der Funktionalität und dem Formverständnis dieses "Ur-Messers", hat der Messerschmied Lars Scheidler es mit Nesmuk neu interpretiert und perfektioniert.
Um überlegene Ergebnisse zu erzielen, schöpft Lars Scheidler aus langjährigen Studien und analytischen Vergleichstests. Sie gewährleisten, dass er bei der Herstellung der Nesmuk Messer in jedem Anwendungsbereich dem Prinzip des Optimalen folgt: die bestmögliche Werkstoffqualität und -zusammenstellung, die perfekte Klingengeometrie, eine vollendete Wärmebehandlung und höchste Detailgenauigkeit.
Die Form
Nesmuk bietet durch seinen einzigartigen Materialaufbau und seine geniale Geometrie ein unnachahmliches Schneiderlebnis.
Das Nesmuk Jagdmesser beispielsweise kombiniert auf besondere Weise die Vorteile eines bauchigen und eines spitzen Messers: Durch die leicht gebogene Klinge in Verbindung mit einer recht breiten Spitze ist es die Verkörperung des Schneidwerkzeugs in seiner reinsten Form. Der handnahe Schneidbogen ist optimal für feines Schneiden. Die Spitze eignet sich ideal zum Einstechen. Die Schneide ist mit 90 mm Länge und einem gerundeten, vorspringenden Klingenansatz (der die Benutzerhand schützt) so gewählt, dass ein optimales Hebelverhältnis kraftsparendes Arbeiten gewährleistet.
Die Klinge
Je feiner strukturiert der Werkstoff, desto höher ist die Stabilität von Schneidwinkel und -kante und damit auch das Qualitätsniveau des Schnittes.
Die Klinge von Nesmuk besteht nur aus hochwertigstem, nicht rostfreiem Stahl. Im Vergleich zu rostfreiem Stahl, der mit hohen Anteilen von Chrom legiert ist, weisen nicht rostfreie Stahlsorten eine bis zu 60-mal feinere Struktur auf.
Die von Lars Scheidler ausgewählten Stahlsorten lassen sich handwerklich hervorragend verarbeiten und - das Wichtigste - auf eine beißende, lang haltbare Schärfe bringen. Beachten Sie in diesem Zusammenhang bitte, dass Nesmuk Klingen nicht spülmaschinenfest sind. Regelmäßige Benutzung und leichtes Einölen der Klinge und Zwinge nach Gebrauch halten den Pflegeaufwand jedoch gering.
Nesmuk Messer werden in Dreilagentechnik verarbeitet: Der Kern, Feilenstahl mit einem Kohlenstoffgehalt von 1,3%, gewährleistet äußerste Härte und Schneidfähigkeit. Die Seitenlagen aus nicht kohlenstoffhaltigem Buttereisen werden mit dem Kern aufwändig feuerverschweißt, sodass das Messer von Außen nach Innen verschiedene Härtegrade aufweist - von weich über zähhart bis hart. Auf diese Weise kommen die besonderen Eigenschaften und Vorteile der ausgesuchten Stahlsorten optimal zur Geltung. Zudem erlaubt der anspruchsvolle Materialmix feinste Schliff- und Schärfewinkel. Nesmuk ist mit einem Härtegrad von 64 bis 65 HRC unglaublich scharf und schnitthaltig.
Materialbeschaffenheit und Klingenaufbau der Nesmuk Messer
Dreilagenklingen: Traditionell handwerklich verarbeitet, Feuer verschweißt, handgeschmiedet, nicht rostfrei
- Außenlagen Buttereisen
- Schneidlage Stahl 1.2008
- Feinstes Stahlgefüge, dadurch extrem feine und scharfe Schneide bei höchster Standzeit
- Gebrauchshärte 64 HRC
Damastklingen: Traditionell handwerklich verarbeitet, Feuer verschweißt, handgeschmiedet, nicht rostfrei
- Außenlagen Damast mit 400 Lagen aus Buttereisen, Reinnickel und Stahl 1.2842
- Schneidlage Stahl 1.2008
- Feinstes Stahlgefüge, dadurch extrem feine und scharfe Schneide bei höchster Standzeit
- Gebrauchshärte 64 HRC
Nesmuk JANUS Klingen: Mit Hilfe modernster Hochtechnologie verarbeitet, Laser geschnitten, CNC geschliffen, rostfrei
- Massiv aus Stahl 1.4153.03
- Einlegierung von Niob, dadurch extrem zäh, verschleißfest und feinkörnig, sehr feine und scharfe Schneide bei höchster Standzeit
- Diamond-like Carbon Beschichtung (DLC), schwarz, hoch kratzfest, geringer Reibwert, reduzierter Schneidwiderstand
- Gebrauchshärte 60 HRC
Analysen der verwendeten Materialien
| 1.2008: |
C 1,35-1,50% Si 0,15-0,30% Mn 0,25-0,40% P 0,035% S 0,035% Cr 0,40-0,70% |
| 1.2842: |
C 0,85-0.95% Si 0,10-0,40% Mn 1,90-2,10% P 0,030% S 0,030% Cr 0,20-0,50% V 0,05-0,15% |
| 1.4153.03: |
C 0,8% Cr 12,7% Mo 1,1% V 0,9% Nb 0,7% |
| Reinnickel: |
Ni 99,82 % |
| Buttereisen: |
Fe 99,65 % |
Die Zwinge
Am Übergangspunkt von der Klinge auf den Griff ist die Zwinge optimale Verstärkung und Hauptschutz des Griffes.
Der schlanke Silberring ist ästhetisch und passgenau in die Form des Griffes integriert. In der Handhabung bleibt die Zwinge, im Vergleich zur Parierstange, unbemerkt. Zur weiteren Sicherheit und zum Schutz vor den Einflüssen thermischer Belastungen führt durch die Zwinge ein Niet, der Klinge, Griff und Zwinge zusätzlich fixiert. In der Endbearbeitung wird die Silberzwinge so fein geschliffen, dass der Niet für den Benutzer unsichtbar bleibt.
Der Griff
Einzigartig ist die Verbindung von Griff und Klinge - ganz ohne Klebstoff! Eine Technik, die meisterhaftes Können und das richtige Gespür für Holz beansprucht.
In der Regel richten sich Grifflänge und -stärke nach der Benutzerhand. Der Griff sollte etwas länger sein, als die Hand breit ist. Nesmuk Messergriffe haben einen ei-ovalen Querschnitt und eine harmonische, "handfreundliche" Form. Sie lassen der Hand den nötigen Spielraum für verschiedene "Zugriffe" und ermöglichen auch bei stärkerer Druckausübung ein längeres, angenehmes Arbeiten. Die Griffe sind vollmassiv. Durch den "Spitzerl" der Klinge, der in den Kern des Griffs eingesetzt ist, entstehen keine Metallkanten.
Als Griffmaterial stehen verschiedene gut abgelagerte, edle Hölzer zur Auswahl. Alle Holzgriffe werden nur mechanisch, also ohne Verwendung von Klebstoffen mit der Klinge verbunden. Dies erfolgt nach einer alten Technik, mit der Radmacher Nabe und Holzrad zusammenfügten. Hierbei wird die Elastizität des Holzes sowie Wärme beim Fügen genutzt, um einen starken und sehr dauerhaften Verbund herzustellen. Die Technik erfordert sehr viel Erfahrung, da jedes Holz anders reagiert.
Die Hölzer
Die edlen Hölzer vereinen alle guten Eigenschaften eines natürlichen Werkstoffs und gewinnen mit der Zeit und bei regelmäßigem Gebrauch weiter an Schönheit.
| Buchsbaum |
Herkunft: Südeuropa Eigenschaften: sehr dicht, sehr hart, elastisch und dauerhaft, gut polierbar Dichte: 900 - 1030 kg/m³ Griff-Finish: poliert |
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Cocobolo |
Herkunft: Mittel- und nördliches Südamerika Eigenschaften: sehr hart, dauerhaft, gut polierbar Dichte: 1000 - 1100 kg/m³ Griff-Finish: poliert |
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Mooreiche, subfossile Eiche |
Herkunft: Europa Eigenschaften: Lagerdauer der in Deutschland geborgenen, subfossilen Eichen ca. 5000 Jahre. Durch langzeitige Eisengerbstoffreaktion mit eisenhaltigem Wasser dunkel gefärbt; hart, zäh, dicht und dauerhaft, gut polierbar Dichte: 615 - 760 kg/m³ Griff-Finish: poliert oder gebürstet |
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Olive |
Herkunft: Europa Eigenschaften: sehr hart, zäh, dicht und dauerhaft Dichte: 800 - 900 kg/m³ Griff-Finish: satiniert und geölt |
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| Palisander |
Herkunft: Südasien und Südostasien Eigenschaften: Palisanderhölzer gehören zu den teuersten und wertbeständigsten Nutzhölzern, sie werden seit über 200 Jahren gehandelt; dicht, zäh, sehr hart, dauerhaft Dichte: 700 - 950 kg/m³ Griff-Finish: poliert |
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Zwetschge |
Herkunft: Europa Eigenschaften: hart, dicht und spröde Dichte: 750 - 850 kg/m³ Griff-Finish: poliert und geölt |
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Amboina |
Herkunft: Südostasien Eigenschaften: sehr teures Luxusholz, sehr feinfaserig, dicht, fest und oft unregelmäßig hart, gut polierbar Dichte: 650 - 850 kg/m³ Griff-Finish: poliert oder sandgestrahlt |
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| Grenadill |
Herkunft: Ost- und Westafrika Eigenschaften: extrem hart und dicht, elastisch und sehr dauerhaft, gut polierbar Dichte: 1200 - 1400 kg/m³ Griff-Finish: poliert |
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Die Scheide
Dass zu jedem hochwertigen Nesmuk-Messer eine hochwertige Scheide gehört, versteht sich fast von selbst.
Dass auch diese vollständig für jedes einzelne Messer von Hand gefertigt werden, ist wieder eine Besonderheit.
Aufgabe der Scheide ist es einerseits, den Träger des Messers vor Verletzungen zu sichern, andererseits die Schneide vor Beschädigung und Abstumpfung zu schützen. Zusätzlich bewahrt eine spezielle Drainageöffnung die Klinge vor möglicher Feuchtigkeit in der Scheide.
Hochwertigste, ausgesuchte, natürliche Materialien, detailgenaue handwerkliche Verarbeitung und Langlebigkeit kennzeichnen die Lederscheiden von Lars Scheidler. Sie werden in robuster Sattlertechnik aus stabilem Qualitätsleder gefertigt, mit hoch reiß- und abriebfestem Forellengarn oder Kunstsehne genäht und mit Lederfett imprägniert.
Dem Anwendungszweck entsprechend werden für Nesmuk Kochmesser Holzsteckscheiden aus Lindenholz gefertigt. Lindenholz ist besonders weich und klingenschonend. Ideal ist zudem seine sehr gleichmäßige, feine Zellstruktur, wodurch es fähig ist, eventuelle Restfeuchtigkeit von der Klinge zu absorbieren. Lindenholz ist äußerst leicht, elastisch und zugleich formstabil.
Fertigung und Qualität
Nur Messer, die dem hohen Qualitätsanspruch ganz und gar gerecht werden, erhalten den archaischen Fledermaus-Stempel. Ein Symbol, an dem das Original zu erkennen ist.
Kaum ein anderes Messer drückt Ursprung und Konstanz des handwerklichen Könnens so klar aus wie Nesmuk. Der Entstehungsprozess des Messers ist vom ersten bis zum letzten Arbeitsschritt reine Handarbeit: Von der Zeichnung bis zum Feuerschweißen und Schmieden, Härten, Anlassen und Wasserschleifen bis zur Fertigung und Montage des Griffs, schließlich der Herstellung der Messerscheide. Das ist selbst für eine Manufaktur außergewöhnlich.
Dem Messer-Künstler Lars Scheidler geht es um höchste Präzision und Perfektion. Rund vier Dutzend Arbeitsschritte nimmt die Fertigung eines Messers in Anspruch.
Der Qualitätstest
Um die Qualität wie Schneidfähigkeit, Schneidhaltigkeit und Schnittgüte von jedem einzelnen Nesmuk Messer 100% sicher zu stellen, werden auf jeder Fertigungsstufe differenzierte Tests durchgeführt - Glasritztest, Nagelprobe, Flextest, Schneidversuche.
Glasritztest
Direkt nach dem Härten ist die Klinge in der Lage, Glas zu ritzen. Das ist zugleich Garantie dafür, dass der Stahl seine größtmögliche Härte von ca. 67 HRC angenommen hat.
Nagelprobe
Durch die mehrfache Erwärmung verliert der Stahl zwar etwas an Härte, gewinnt aber wesentlich an Flexibilität. Nach dem Anlassen wird getestet, ob die Schneide dennoch genug Resthärte hat: Die Klinge wird mit Hammerschlägen durch einen handelsüblichen Nagel getrieben. Die gewünschte Gebrauchshärte von 64 bis 65 HRC ist vorhanden, wenn die Schneidkante dabei unbeschädigt bleibt.
Flextest
Dieser Test dient zur Überprüfung der Flexibilität sowie Gefügestruktur der Schneidkante: Man legt die Klinge mit der Schneide in einem spitzen Winkel von ca. 25 Grad seitlich auf einen runden Metallkörper mit einem Durchmesser von 3 mm. Dann drückt man auf die Klinge bis sich eine Beule ausformt. Die Klinge wird unter beständigem Druck durchrollend von der Spitze bis zum Klingenansatz geprüft. Brechen Teile aus der Schneide aus, ist sie zu spröde. Verformt sie sich bleibend, ist sie für den Gebrauch zu weich. Die Klinge, die diesen Test meistert, hat ein feines Gefüge, das in der Lage ist, trotz der hohen Gebrauchshärte von 65 HRC auf seitlichen Druck flexibel zu reagieren
Schneidversuch
Bei diesem Versuch wird die Schneide auf die Kante eines frei in der Hand gehaltenen Stück Papiers aufgesetzt und ohne schneidende Bewegung durchgedrückt. Der saubere Schnitt beweist exzellente Schärfe und Schneidfähigkeit.
Dieser Test ist der einzige, der mit dem fein geschärften Messer durchgeführt werden darf. Die anderen genannten Tests würden am fertigen Messer Schäden verursachen.
Der Schmied
Der Motor, der Lars Scheidler zum Künstler macht, ist pure Leidenschaft.
Von frühester Kindheit an war der ambitionierte Schmied (geb. 1967) von Form und Funktion der unterschiedlichsten Messer fasziniert. Im Laufe der Jahre perfektionierte er sein Können in der Kunst der Messerherstellung. Heute zählt Lars Scheidler zu einer ausgesuchten Elite, die dieses Handwerk in Vollendung beherrscht. Mit Nesmuk beweist er nicht nur sein enormes handwerkliches Talent, sondern auch einen ausgeprägten Sinn für perfekte Balance, für funktionale Vollkommenheit sowie für eine ästhetische Qualität abseits von modischen Trends.